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… und was macht Merkel ab heute Abend?

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Die wichtigsten Fragen zur wichtigsten Wahl des Jahres

Am Freitag kürt der CDU-Parteitag in Hamburg eine neue Spitze. Nach 18 Jahren als Vorsitzende stellt sich Angela Merkel (64) nicht mehr zur Wahl.

Auf acht Regionalkonferenzen haben sich Annegret Kramp-Karrenbauer (56), Friedrich Merz (63) und Jens Spahn (38) der Basis präsentiert – jetzt ist der Wahlkampf ums Merkel-Erbe vorbei, die Delegierten haben das Wort.

BILD klärt die sechs wichtigsten Fragen zur Wahl!

Wer oder was entscheidet über Sieg und Niederlage?

Die 1001 Delegierten aus den 15 Landesverbänden. Hier werden die Mehrheiten entschieden. Insider haben versucht, die Tendenzen in den einzelnen Landesverbänden hochzurechnen.

Diese Trends kursieren:

▶︎ Im mächtigen Landesverband NRW (296 Delegierte) gibt es eine knappe Mehrheit für Merz (stammt aus NRW). Der Osten und Baden-Württemberg sind ebenfalls Merz-Land.

▶︎ AKK hat Truppen in Saar, Rheinland-Pfalz (deren Ex-MP Bernhard Vogel will für sie stimmen), in Norddeutschland und in Berlin

▶︎ Jens Spahn kann auf seine Heimat, das Münsterland, setzen.

  • Ort, Teilnehmer und Regeln

    BILD erklärt den CDU-Parteitag in Hamburg

    Die CDU wählt am Freitag in Hamburg den Nachfolger oder die Nachfolgerin von Angela Merkel als Parteivorsitzende. So läuft die Wahl ab.

Wie tief ist der Graben zwischen den Lagern?

Alle appellieren an die Geschlossenheit der Partei. Doch Peter Altmaier kritisiert Wolfgang Schäubles Festlegung auf Merz als „Dammbruch“ („Hat mich überrascht und gewundert“). Prompt legte sich Altmaier auf AKK fest. Damit ist klar: Es wird Gewinner und Verlierer geben. Triumph und Frust.

Denn: Es geht auch um einen Richtungsstreit. Ein Sieg von AKK bedeutet die Festschreibung des (zuletzt erfolglosen) Kurses von Angela Merkel. Ein Merz-Sieg stünde für einen Kurs-Wechsel. Alexander Mitsch, Chef der konservativen Werte-Union: „Die historische Chance eines Aufbruchs zu mehr Profil wäre mit AKK verpasst.“ Christian von Stetten (48), Chef des Parlamentskreises Mittelstand, befürchtet, „dass dann weitere Mitglieder frustriert die Partei verlassen“.

Wer gewinnt?

Es wird knapp! Das Zünglein an der Waage könnten die Unentschlossenen (bis zu ein Drittel) sein – und jene, die sich bislang nicht bekannt haben. Merz und AKK müssen versuchen, mit emotionalen Reden das Herz der Delegierten zu erreichen. Das erklärt die Nervosität auf beiden Seiten.

CDU-Urgestein Wolfgang Bosbach beklagt „völlig unnötige Zwischenrufe“: „Wieso kritisiert Peter Altmaier Schäuble für sein Plädoyer zugunsten von Merz, während der selber AKK preist?“

Was wird aus den Verlierern?

Merz und AKK beteuern, sich weiter in der und für die Partei engagieren zu wollen. Doch AKK hätte nach ihrer Ankündigung, den Generalsekretärs-Posten zu verlassen, kein politisches Amt mehr. Auch denkbar wäre ein Posten im Kabinett.

Dazu aber müsste Angela Merkel ihre Regierung umbilden. Friedrich Merz hat angekündigt, im Fall seiner Wahl seine Aufsichtsratsmandate niederzulegen.

Er könnte im Fall seiner Niederlage in der Wirtschaft weiterarbeiten und sich ehrenamtlich für die CDU engagieren.

Was macht Angela Merkel ab heute Abend?

Wenn AKK gewinnt, hat Merkel Aussichten, die letzten Jahre im Kanzleramt in Eintracht mit ihrer engen Vertrauten zu gestalten. Möglich: Merkel scheidet ein paar Monate früher aus, damit AKK sich noch vor Ende der Legislaturperiode als neue Kanzlerin positionieren kann.

Sollte Merz gewählt werden, gilt die Europawahl im Mai 2019 als Scheidepunkt. Merz könnte mithilfe der Unions-Fraktion versuchen, Merkel aus dem Amt zu drängen oder Neuwahlen herbeizuführen, wenn die Europawahl verloren geht.

  • Post von Wagner

    Liebe Angela Merkel,

    Blumen werden Sie heute an Ihrem letzten Tag als CDU-Vorsitzende bekommen. Standing Ovations. Aber wird jemand um Sie weinen?

Wie wird gewählt?

Bisher gibt es drei offizielle Kandidaten, mehr als ein Dutzend Interessenten wollen sich während des Parteitags für den Parteivorsitz aufstellen lassen. Die Wahl ist geheim, jeder der 1001 Delegierten hat deshalb an seinem Platz kleine Trennwände zum Nachbarn, damit niemand zusehen kann.

Gewählt ist, wer mehr als 50 % der abgegebenen gültigen Stimmen (ohne Enthaltungen) erhält. Gelingt das nicht im 1. Wahlgang, stellen sich die beiden Bewerber mit den meisten Stimmen einer Stichwahl (landen der Nr.2 und Nr.3 gleichauf, wird die erste Wahl wiederholt).

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