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Hier fliegt die Luftwaffe im Einsatz über Syrien

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Es ist der gefährlichste Luftraum der Welt. Am Himmel über Syrien und dem Irak werfen russische Langstreckenbomber ihre tödliche Fracht ab, schalten amerikanische und französische Jets Terroristen des selbst ernannten „Islamischen Staats“ aus. Mitten drin: das modernste Tankflugzeug der Bundeswehr.

Fotos, die BamS exklusiv vorliegen, zeigen, wie der A400M zum ersten Mal weltweit als Tanker im Einsatz ist. Im Rahmen der Operation „Counter Daesh“ versorgt die Luftwaffe andere Jets mit Treibstoff. Der große Vorteil: Die Kampfflugzeuge können so über dem Irak und Syrien in der Luft bleiben, sparen sich den zeitintensiven Rückflug zum Auftanken am Boden.
Bislang hat der A400M nur deutsche Tornados betankt. Am Mittwoch sind auch die französischen Kampfjets dran. Die britischen Flieger sollen folgen.

Bis Ende nächster Woche bleibt der A400M für den Tank-Test im Einsatz, dann geht es zurück nach Deutschland. Danach betankt die Luftwaffe die Jets der Anti-ISIS-Koalition wieder mit dem alten Tankflugzeug A310.

Die Tank-Mission war erfolgreich. Aber zu Hause in Deutschland streitet sich die Große Koalition über den Bundeswehr-Einsatz.

  • Eurofighter-Absturz

    Kritik am Kampfjet wegen technischer Mängel

    Die Luftwaffe unterhält 140 Eurofighter. Das einstige Prestigeobjekt wurde mehrfach wegen technischer Mängel kritisiert.

  • Von der belgischen Luftwaffe

    Ursula muss sich einen Flieger leyen

    Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (60, CDU) stieg gestern in eine Maschine aus Belgien, um nach Paris zu fliegen.

Eigentlich läuft das Mandat Ende Oktober aus. Seit 2015 beteiligt sich die Luftwaffe mit Aufklärungs-Tornados und älteren Tankflugzeugen an der Anti-ISIS Mission. Anfang Juni hatten die USA in einem Brief auf eine Fortsetzung der Mission gedrängt, in der vergangenen Woche dann sogar deutsche Bodentruppen für Syrien gefordert.

Im Koalitionszoff prescht Henning Otte (50, CDU), verteidigungspolitischer Sprecher der Unionsfraktion, vor, verlangt in BamS: „Deutschland muss sich in Syrien weiter auch militärisch engagieren. Unsere Unterstützung mit Tankflugzeugen und Luftaufklärung ist wichtig und sinnvoll. Die SPD erweist Deutschland einen ausgesprochen schlechten Dienst, wenn sie sich weiterhin gegen eine Mandatsverlängerung versperrt.“

Ein Beendigung der Mission sei „fahrlässig, unzuverlässig, verantwortungslos und daher falsch“. SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich (60) bleibt hart. Der Bundestag habe das Ende beschlossen. „Die SPD besteht auf dieser Verabredung.“

Ex-Außenminister Sigmar Gabriel (59, SPD) widerspricht in BamS: „Aufgrund der instabilen Lage in Syrien rate ich dringend davon ab, den Einsatz jetzt Hals über Kopf zu beenden.“ Gabriel lehnt Bodentruppen klar ab. Aber: „Dass unsere Verbündeten von uns ein größeres Engagement erwarten, muss man auch verstehen.“

Bundeswehr klärt ISIS-Stellung auf

Ihr Terror-Kalifat wurde vernichtet, doch rund 20.000 ISIS-Kämpfer haben sich in Syrien und im Irak versteckt. Sie verüben weiter Anschläge, terrorisieren die Bevölkerung.
Die deutschen Aufklärungs-Tornados liefern Aufnahmen, die helfen, diese Terroristen im Untergrund zu identifizieren. Die Fotos sind geheim, BamS liegt eine Aufnahme aus dem irakisch-syrischen Grenzgebiet vom 4. Juli vor.

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