Gesundheit

Die Größe der Stadt bestimmt, wie heftig die Grippewelle wird

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Impfen ist der beste Schutz gegen Grippe. Aber viele Menschen verzichten darauf. Epidemiologen haben deshalb untersucht, wie sich die Viren in Städten ausbreiten – und eine ungewöhnliche Empfehlung. 0

Wie heftig wird es diesmal? Diese Frage hört man jetzt wieder häufig. Wie viele Menschen werden in dieser Saison wieder unter hohem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen leiden? Werden es 70.000 sein in Deutschland, oder müssen mehr als 100.000 für ein bis zwei Wochen ins Bett? Ärzte und Patienten fragen sich, wie die Grippesaison werden wird – aber auch Epidemiologen. Sie wollen wissen, wovon es abhängt, wie heftig die Viren wüten. Nur so lassen sich Präventionskampagnen effizient planen.

Benjamin D. Dalziel von der Oregon State University und sein Team haben nun Grippegeschehen auf mögliche Einflussfaktoren hin analysiert. Dazu haben sie sich die Orte ausgesucht, an denen das Infektionsrisiko besonders hoch ist: Städte. Hier werden die Viren leicht von einem Menschen auf den nächsten übertragen, ein Niesen reicht aus, um sie weiterzugeben.

Von 603 verschieden großen Städten lagen für sechs Winter Daten darüber vor, wie viele Menschen an Grippe erkrankt waren, wie viele Menschen zu der Zeit in der jeweiligen Stadt lebten, wie hoch das durchschnittliche Haushaltseinkommen war, wie viel Prozent der Bürger gegen Grippe geimpft waren und ob in den jeweiligen Städten ein kalter, feuchter, trockener oder milder Winter geherrscht hatte.

Das Ergebnis: In großen, gut vernetzten Städten wabert die Grippe eher vor sich hin. Mal werden in einem Stadtteil Erkrankte gemeldet, dann in einem anderen, dann ist eine Woche lang kaum etwas los, und schließlich sind die Arztpraxen überfüllt. Sogar wenn das Klima trocken ist, und damit wenig geeignet für die Influenza-Übertragung, kommt es zu Erkrankungen. In kleinen Städten ist das anders. Hier gibt es häufig einen Grippe-Peak, bei dem ein Großteil der Bevölkerung flachliegt. Ist dieser Gipfel der Influenza-Welle überschritten, flaut das Geschehen schnell wieder ab.

Die Analyse der Grippewellen offenbarte über die Jahre hinweg zudem ein konstantes regionales Muster: Im Südosten der USA waren immer mehr Menschen betroffen als im Westen oder Norden. Schnell erkannten die Forscher, dass das am feuchteren Klima liegen könnte – genauer: an häufigen Schwankungen in der Luftfeuchtigkeit. Wenn Regen und Trockenheit sich abwechseln, ist das ideal für die Ausbreitung von Grippeviren.

Menschen mit Grippeangst sollten große Städte also meiden, zumindest während der Saison. Hier sorgt das Mikroklima oft für Schwankungen in der Luftfeuchtigkeit. Zudem fahren viele Menschen mit öffentlichen Verkehrsmitteln und transportieren so die Viren von Ort zu Ort. Diese überleben lange, wenn die Luftfeuchtigkeit immer mal wieder steigt.

Gesundheitsmanager können bei der Grippeprävention gezielter vorgehen. In Kleinstädten reicht eine Präventionskampagne beim ersten Anstieg der Erkrankungszahlen. In Großstädten aber drohen Ausbrüche über die gesamte Saison hinweg. Da lohnen sich längere Kampagnen.

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