Politik

Verhindert er den erstenAfD-Oberbürgermeister?

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Normalerweise sind Bürgermeisterwahlen nicht von bundesweitem Interesse, doch in Görlitz (Sachsen) ist das diesmal anders. Selbst Hollywood mischt sich ein!

Die Stichwahl zum Oberbürgermeister in Görlitz steht heute unter genauster Beobachtung. Denn: Erstmals könnte ein AfD-Kandidat dieses Amt bekleiden.

Beim ersten Wahlgang am 26. Mai hatte AfD-Kandidat Sebastian Wippel (37) mit 36,4 Prozent das beste Ergebnis eingefahren. Octavian Ursu (51) von der CDU lag mit 30,3 Prozent ein gutes Stück dahinter. Im zweiten Wahlgang heute reicht die einfache Mehrheit.

Doch das könnte sich bei der Stichwahl ändern! Denn im ersten Wahlgang standen auch noch Franziska Schubert (37) von den Grünen und Jana Lübeck (35) für die Linke auf dem Wahlzettel und konnten 27,9 Prozent, beziehungsweise 5,5 Prozent der Stimmen für sich gewinnen. Bei der Stichwahl treten die beiden nicht mehr an. Beide machten aber deutlich, dass sie den AfD-Mann Wippel verhindern wollen.

Was heißt das für die Bundespolitik?

Sollte Wippel verlieren, wäre das ein Dämpfer für den scheinbar unaufhaltbaren Aufstieg der Rechtspopulisten in Ostdeutschland.

Bei der Europawahl, die parallel mit der OB-Wahl am 26. Mai stattgefunden hatte, schnitt die AfD in Sachsen besser als die CDU ab. Deshalb wird mit Spannung erwartet, ob der Trend so weitergeht und die AfD auch bei den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen am 1. September stärkste Kraft wird. Zuletzt war die AfD hier in Umfragen teilweise stärkste Partei. Thüringen wählt Ende Oktober ein neues Parlament.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (44, CDU) hat vor einem AfD-Sieg bei der Oberbürgermeisterwahl in Görlitz gewarnt. „Viele Menschen unterschätzen die Radikalität der AfD“, sagte er der „Thüringer Allgemeinen“. Görlitz habe große Chancen, „die AfD wird sie niemals nutzen“. Außerdem stellte er klar, dass nicht mit der AfD kooperiert werden würde, auch auf Landesebene schloss er eine Koalition aus.

Kretschmer selbst hatte in seiner Heimatstadt Görlitz bei der Bundestagswahl 2017 sein Direktmandat an einen AfD-Politiker verloren.

Hollywood wendet sich mit Brief an Görlitzer Bürger

Görlitz war mit seiner schönen Altstadt schon Filmkulisse für einige Hollywood-Filme, trägt deswegen den Spitznamen Görliwood. Stars wie Kate Winslet (43), Emma Thompson (60), Tilda Swinton (58), Bill Murray (68) und George Clooney (58) arbeiteten hier.

Schauspieler und Filmemacher wandten sich deshalb mit einem offenen Brief an die Görlitzer Wähler. „Gebt Euch nicht Hass und Feindseligkeit, Zwietracht und Ausgrenzung hin“, hieß es darin.

Der Name AfD tauchte zwar nicht auf. Doch Initiator Michael Simon de Normier (45), unter anderem Mitproduzent des Streifens „Der Vorleser“, stellte den Kontext her und wertete eine mögliche Wahl Wippels als „missverständliches Signal in die Welt hinaus“.

Zu den 14 Erstunterzeichnern gehören u.a. Schauspieler Tom Wlaschiha (45, „Game of Thrones), Burkhart Klaußner (69, „Das weiße Band“), Regisseur Stephen Daldry (59, „Der Vorleser“) und Désirée Nosbusch (54).

De Normier sagte dazu gegenüber BILD: „Ich weiß, das kann nach hinten losgehen, als Bevormundung empfunden werden. Aber wir wollen mobilisieren.“ Genau so reagierte AfD-Kandidat Wippel. „Unsere Görlitzer kennen die hiesigen Zustände am besten, benötigen keine Tipps von außen“, schrieb er auf seiner Facebookseite.

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