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Polizei fahndet mit 66-Sekunden-Video

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Sechs Hinweise sind schon da + Öffentlichkeitsfahndung läuft + Staatsanwaltschaft ermittelt auch GEGEN Magnitz – wegen des Verdachts auf Untreue

Quelle: Polizei Bremen
1:22 Min.

Wer erkennt diese drei Männer?

Nach dem Angriff auf den Bremer AfD-Chef Frank Magnitz (66) hat die Polizei ein Video des Angriffs auf ihrer Website veröffentlicht. Mit der Öffentlichkeitsfahndung lobt die Staatsanwaltschaft Bremen eine Belohnung von 3000 Euro aus.

Die erforderliche Anordnung dafür sei vom Amtsgericht Bremen erlassen worden, hieß es am Donnerstag. Das 66 Sekunden lange Video zeigt zwei Sequenzen: Zunächst, wie die Täter Magnitz folgen, ihre Gesichter vermummen. Dann die Tat: Eine Person attackiert Magnitz von hinten, rennt nach dem Schlag direkt weg. Daneben läuft eine zweite Person, die dritte folgt mit kurzem Abstand.

Ein Gegenstand als Schlaginstrument ist auf dem Video nicht zu erkennen.

Inzwischen ist auch das Hinweisportal, auf dem Zeugen Videos und Bilder hochladen können, von den Ermittlern freigeschaltet worden. Staatsanwalt Frank Passade (50): „Sechs Hinweise sind dort schon eingegangen.“

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AfD-Politiker bestätigt Ermittlungen gegen ihn

Der Bremer AfD-Chef bestätigte unterdessen, dass gegen ihn wegen des Verdachts der Untreue ermittelt wird. Dem Regional-Magazin „buten un binnen“ sagte Magnitz , dass seine Immunität schon kurz vor Weihnachten aufgehoben worden sei.

An den Vorwürfen (es geht um angeblich private Überweisungen von Parteigeldern) sei aber nichts dran. Er vermutet parteiinterne Gegner hinter der Anzeige, denen es um die Aufhebung seiner Immunität gegangen sei.

Thomas Jürgewitz, stellvertretender Chef der CDU Bremen, sagte BILD: „Es ist ein alter Hut: Der frühere Schatzmeister des AfD-Landesverbands Bremen führt eine Privatfehde gegen Herrn Magnitz und hat ihn angezeigt. Nach dem Bürgerschaftswahlkampf 2015 waren zwei Belege über Zahlungen an die Stadt Bremerhaven für Herrn Struck nicht auffindbar. Sein Vorwurf lautete, Herr Magnitz habe sich das Geld offensichtlich in die eigene Tasche gesteckt. Die Stadt Bremerhaven hat die fehlenden Bescheide aber noch mal neu ausgestellt und sie liegen vor. Diese sollten der Staatsanwaltschaft längst zugegangen sein.“

Polizeivideo zeigt Täter aus zwei Perspektiven

In der Polizei-Pressemitteilung heißt es: „Das Video zeigt (zum Teil in Zeitlupe) die relevanten Sequenzen des Ablaufs in ihrer Rohfassung, aufgenommen von zwei verschiedenen Kameras in der Sankt-Pauli-Passage beim Theater am Goetheplatz.“

Magnitz war der Polizei zufolge am Montagabend in Bremen von hinten von einem Mann attackiert worden. Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln wegen gefährlicher Körperverletzung. Die Partei blieb bis zur Veröffentlichung des Videos bei ihrer Darstellung, dass Magnitz mit einem Gegenstand wie einem Kantholz geschlagen worden sei, obwohl das laut Staatsanwaltschaft durch Videoaufnahmen von der Tat nicht zu belegen ist.

Die AfD Bremen kritisierte am Abend mit, dass das von der Staatsanwaltschaft veröffentlichte Video aus ihrer Sicht „wenig aussagekräftig“ sei. Die Videosequenzen sei nur verkürzt zu sehen. Zwar lasse sich der Einsatz eines Kantholzes ausschließen – nicht aber, dass eine andere Waffe benutzt wurde. Denn der Hauptangreifer scheine mit seiner linken Hand seinem Komplizen etwas zu überreichen. „Was das ist, ist in dem veröffentlichten Video nicht erkennbar.“

Handwerker widerspricht AfD-Darstellung

Das Kantholz wurde laut AfD von Handwerkern erwähnt, die Magnitz nach der Attacke fanden und die Polizei alarmierten. Dass dies so gewesen sein könnte, schloss auch die Staatsanwaltschaft nicht aus. Allerdings sollen die Handwerker mit dem Rücken zum Tatort gestanden haben.

Der benannte Handwerker hat gegenüber dem „Spiegel“ dieser Darstellung widersprochen: „Was passiert ist, haben wir nicht gesehen.“ Erst durch die Schreie des AfD-Manns sei er auf die Tat aufmerksam geworden und habe daraufhin Erste Hilfe geleistet. Auch ein Kantholz und Tritte gegen den Kopf konnte der Handwerker nicht bestätigen.

AfD-Chef Jörg Meuthen hatte sich im Vorfeld dafür ausgesprochen, die Videoaufnahmen zu zeigen. Eine öffentliche Anschauung des vorhandenen Bildmaterials könne „jeder Spekulation die Grundlage entziehen“, sagte Meuthen der „Welt“.

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