Politik

„Es war mir eine große Freude, es war mir eine Ehre“

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Kanzlerin zieht Bilanz nach „Schicksalsstunde“ vor 18 Jahren: „Wir haben es allen gezeigt“ + Standing Ovations nach 34-Minuten-Rede + Taktloses Abschiedsgeschenk

Quelle: Reuters
2:25 Min.

Es ist das Ende einer Ära! 18 Jahre war Bundeskanzlerin Angela Merkel (64) die Chefin der CDU, nur Einheitskanzler Helmut Kohl (†2017) hatte diese Verantwortung noch länger.

Was für ein Abschied! Die 1001 Delegierten feierten Merkel nach ihrer Abschiedsrede beim Hamburger Parteitag mit fast zehn Minuten Applaus in der Messehalle Hamburg. „Danke Chefin“, stand auf Schildern, die einige Delegierten hochhielten.

Und die Kanzlerin bekam für einen Moment feuchte Augen …

Den größten Zwischenapplaus bekam die Kanzlerin, als sie sagte: „Wir Christdemokraten grenzen uns ab, aber niemals grenzen wir aus.“ Und: „Wir Christdemokraten streiten, aber niemals hetzen wir oder machen andere Menschen nieder.“

Für Stirnrunzeln sorgte das Abschiedsgeschenk, das ihr die CDU machte…

Das waren die Highlights ihrer Rede

Angela Merkel begann ihre Abschiedsrede sehr persönlich mit einer Anekdote: Sie habe sich immer schlecht für ein Motto für den jeweiligen Parteitag entscheiden können und es oft „auf den letzten Drücker“ getan. Damit habe sie die Mitarbeiter im Konrad-Adenauer-Haus oft „in den Wahnsinn getrieben“. Und sie bedankte sich in dieser Stunde des Abschieds bei allen Wegbegleitern und CDU-Mitarbeitern.

Merkel kritisiert Streit mit CSU

Kanzlerin Angela Merkel: „Die Zeiten sind fordernd ohne jeden Zweifel.“ Das liege auch daran, dass es mit der „AfD eine Partei rechts von uns“ gebe und auch an „der Polarisierung der Gesellschaft“. Aber eine Schicksalsstunde der CDU habe man vor 18 Jahren nach der Spenden-Affäre erlebt. Es sei der Partei gelungen, das zu überwinden. „Wir haben es allen gezeigt.“

Das Motto des heutigen Parteitages lautet: „Zusammen führen und zusammenführen.“ Einigkeit sei das Gebot der Stunde. Merkel hob hervor, dass das auch für CDU und CSU gelte. Sie kritisierte die Streitigkeiten in der Union in den vergangenen Monaten: „Wohin uns nicht enden wollender Streit führt, das haben CDU und CSU bitter erfahren.“

  • Kampf um die Merkel-Nachfolge

    Jetzt beginnt die Wahlschlacht

    1001 Delegierte entscheiden heute in Hamburg über den CDU-Vorsitz. Angela Merkel geht, wer wird ihr Nachfolger?

Jubelsturm bei Wahlerfolgen

Jubelsturm der Delegierten im Saal, als Merkel an die jüngsten Siege der CDU in den Ländern erinnerte. Als erstes nannte sie den Sieg im Saarland, dann den in Schleswig-Holstein und zuletzt den in Nordrhein-Westfalen. Bei all diesen Wahlerfolgen habe für die CDU gegolten: „Geschlossen und entschlossen gemeinsam kämpfen.“

Und weiter: „Wir haben die Kraft, Trends zu brechen, Wahlen zu gewinnen, wenn wir geschlossen und entschlossen gemeinsam kämpfen.“

Botschaft zwischen den Zeilen: Die drei Wahlsieger dieser Landtagswahlen gehören allesamt in ihr Parteilager – und in das von Nachfolge-Kandidatin Annegret Kramp-Karrenbauer …

Stolz auf Aufnahme von Flüchtlingen

Ein bisschen Selbstlob musste auch sein, Merkel erinnerte an Sternstunden ihrer Zeit als CDU-Vorsitzende. Sie nannte bewusst auch die Entscheidung im Jahr 2015, die vielen Flüchtlinge in Deutschland aufzunehmen. Sie erinnerte an wirtschaftliche Erfolge in ihrer Ära: „Darauf können wir stolz sein.“ Gleichzeitig übte sie auch Selbstkritik. Sie habe lieber das „Florett“ gewählt oder sogar geschwiegen, als über jedes Stöckchen der politischen Gegner zu springen.

Merkels Abgang als CDU-Chefin

»Ich bin nicht über jedes Stöckchen gesprungen …

Quelle: Reuters

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